Südafrika Südafrika 2013

Warum tun wir eigentlich nicht das, was wir lieben?

Ich glaube, ich habe meine Berufung gefunden. Jeden Tag meines restlichen Lebens könnte ich das tun, was ich heute getan habe. Blöd nur, dass mir dazu der Führerschein, die Englischkenntnisse und das Wissen über die Pflanzen- und Tierwelt fehlen. Wenn ich ehrlich bin, sind das aber alles Sachen, an denen ich arbeiten könnte. Warum mache ich es dann nicht?

Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Sicher ist es tief im Inneren die Angst zu scheitern. Die Angst vor dem Neuen. Nun gehöre ich auch nicht unbedingt zu der Sorte Mensch, die Dinge unbedacht tut. Vielmehr verläuft bei mir alles nach Plan. Jedenfalls soweit das Leben planbar ist. Daher finde ich, dass es vernünftig ist, zunächst meine Ausbildung  in Deutschland zu beenden und dann erst einmal zwei, drei Jahre in meinem Beruf zu arbeiten. Und dann? Warum es nicht wagen? Ich meine, im schlimmsten Fall kehre ich ohne alles zurück nach Deutschland; bin vielleicht eine Weile arbeitssuchend, aber danach wäre es eben nur ein Kapitel in meinem Leben. Nicht mehr. Nicht der Untergang der Welt. Also, warum nicht?

Wo liegen meine Wurzeln?

Es ist schon irgendwie komisch. Ich bin in Berlin geboren und habe immer in Berlin gelebt; bin eben eine Großstadtpflanze. Gleichzeitig nutze ich das Angebot der Stadt kaum, gehe nicht in Clubs und fühle mich bedrängt von den Menschenmassen um mich herum. Dennoch hätte ich mir nie vorstellen können, wegzuziehen. Okay, außer ein Traumhaus am Meer oder in meiner Lieblingsstadt Rom wartet auf mich. Aber sonst? Berlin ist eben meine Heimat. Erst recht hätte ich mich nie im afrikanischen Busch gesehen. Wo mir doch ein gewisser Komfort (fließend Wasser!) wichtig ist. Und wo ich Krabbeltiere über alles hasse und fürchte; früher als Kind im Garten nicht mal alleine ins Bad gegangen bin, aus Angst, mich könnte auf dem Klo eine Spinne anfallen.

Das alles fühlt sich so weit entfernt an. Ich möchte im Hier und jetzt leben. Täglich Dinge tun, die ich wirklich liebe! Rückblickend – auch wenn es vielleicht für Kinder typisch ist – war das schon immer was mit Tieren: Katzen, Wale und nun eben die Könige der afrikanischen Savanne. Diese Bilder und Eindrücke sind das, was mich wirklich glücklich macht.

Tatsächlich kann ich es da auch verschmerzen, dass ich bei meiner allerersten Safari im „offenen“ Wagen ein bisschen Pech habe. Die Hälfte der Reisegruppe, die mit dem Nomad-Truck durch den Park tuckert, sieht nämlich die Big Five. Also alle fünf! Und das an einem Tag. Wir haben leider nicht ganz so viel Glück und können weder Löwe noch Gepard erspähen.

Die traurige Wahrheit ist jedoch: Derzeit fehlt mir der Mut. Der Mut, um aufzubrechen. Der Mut, um das alte Leben hinter mir zu lassen. Der Mut, um neue Wege zu gehen.

Aber vielleicht ja schon morgen.

Infos zur Tour

Die „South African Explorer“-Tour ist sicher eine der beliebtesten Reisetouren bei Nomad. In knapp drei Wochen kann man einen ersten Eindruck von Südafrika gewinnen. Die Tour führt von Johannesburg zum Kruger National Park und von dort aus weiter nach Swaziland. Danach geht es an der Küste bis Durban entlang. In den Drakensbergen und Lesotho ist dann Wandern angesagt. Anschließend geht es vorbei am Addo Elephant National Park erneut Richtung Meer. Schließlich folgt man der Garden Route bis Kapstadt, wo man seinen Aufenthalt unbedingt noch individuell verlängern sollte.

Die Tour kann man in beide Richtungen buchen. Zudem hat man die Wahl zwischen der Unterbringung in festen Unterkünften oder der Unterbringung in Zelten. Als ich die Tour gemacht habe, war die Gruppe diesbezüglich gemischt, was aber überhaupt gar kein Problem war. Denn spätestens, wenn der Hunger ruft, müssen eh alle zum Truck und sammeln sich dort, um über Gott und die Welt zu plaudern. Das Essen war übrigens immer sehr lecker, wenn auch einfach. Mittags gab es häufig nur einen kleinen Snack, aber abends wurde in der Regel herzhaft und deftig gekocht.

Alles in allem habe ich auf dieser Tour durchweg positive Erfahrungen gemacht und empfehle sie daher gern weiter.

Unterkunft nahe dem Kruger National Park

Nkambeni Tented Lodge
Nahe Numbi Gate in 1350 Mpumalanga, Südafrika

 Lage ♥♥ —  Sauberkeit ♥♥ —  Ausstattung & Service ♥♥♥ — Preis unbekannt

Ich hatte vor der Abreise zwar die Unterkünfte gegoogelt, aber dass wir so schön und luxuriös wohnen würden, hätte ich nicht zu träumen gewagt. In der Nkambeni Lodge gab es für jeden Reisenden ein „dauerhaftes“ Zelt mit Annehmlichkeiten wie Klimaanlage und Innen- sowie Außendusche. Total cool! Außerdem gibt es auf dem Gelände einen schönen Swimming-Pool. Direkt dahinter befindet sich eine Wasserstelle mit Nilpferden. Die haben sich zwar leider nicht aus dem Wasser beweget, aber trotzdem zur traumhaften Kulisse beigetragen. Genial und für mich daher eine ganz klare Empfehlung!

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1 Kommentar

  • Reply
    Zauberlehrling3
    12. September 2013 at 8:41

    „Kruger National Park“ klingt ja doch sehr nach einem Europäer, der diesen Park „errichtet“ hat. Meiner Meinung nach klingt es sogar sehr deutsch. Wie dem auch sei – gab es denn zum Park / zu Tieren o.ä. Hintergrund-Infos? Und konnte man das verstehen? Wurde nur Englisch gesprochen oder gab es vielleicht auch kleine Info-Täfelchen (nicht in der wilden Natur, das ist klar, aber an Haltepunkten oder so) auf Deutsch??

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