Italien Venetien 2016

Willkommen zurück in Venedig

Vorfreude auf Venedig

Venedig, das steht für kleine Kanäle, kitschige Gondelfahrten, bunten Karnevalsmasken, die Biennale und natürlich einer Menge pittoresken Häusern. Um ganz ehrlich zu sein, musste sich der Zauber Venedigs für mich erst einmal entfalten. Denn: Setzt man den falschen Fuß auf eine der Inseln, so kann es schon sein, dass man von den vielen Touristenmassen, dem Aqua Alta (Hochwasser) oder den engen, teilweise sehr dreckigen Gassen eher erschüttert ist.

Ich war das erste Mal im November in Venedig. Aus Kostengründen habe ich damals auf dem Lido gewohnt und ich habe es geliebt. Also nicht direkt Venedig, sondern den Lido und das tägliche Schifffahren hinüber zu den Inseln des historischen Zentrums. Denn ganz klar, das Sightseeing macht man in Venedig, aber wirklich Ruhe und Ausklang findet man auf dem Lido. Zumindestens in den Monaten, in denen keine Badesaison herrscht.

Nun aber freue ich mich auf einen erneuten Abstecher. Auf Venedig. Auf ein bisschen mehr Sonne, die die Stadt hoffentlich mehr erblühen lässt als einst der dichte Nebel im November.

Schlechter Start in der Lagunenstadt

Venedig macht es mir allerdings nicht leicht. Zuerst einmal ist die Anreise von Verona echt nervig, denn der Zug ist mehr als voll. Er ist superdupermega-voll. Fast so schlimm wie der Golm-Express (Das ist ein Insider; verstehen sicher nur die Berliner, die in Golm… äh Potsdam studieren dürfen/durften). Und das mit meinem kaputten Fuß und asiatischen Mitfahrern, die das so gar nicht interessiert und mir ihren Koffer noch gefühlt extra gegen den Fuß rammen.

Und so bin ich erleichtert als wir endlich den Bahnhof Venezia S. Lucia erreichen und aussteigen können. Bevor wir zu unserer Unterkunft auf Giuduecca schippern, besorgen wir uns ein 3-Tagesticket für die Fähren im Rahmen der VeneziaUnica-Karte (40 € p.P.). Ich kann nur empfehlen, sich genau zu überlegen, ob man häufig das Boot nutzen möchte. Eine Einzelticket kostet nämlich 7,50 € p.P., womit sich das 3-Tage-Ticket relativ schnell relativiert. Zudem gibt es die VeneziaUnica-Karte in verschiedensten Kombinationen, die auch den Besuch diverser Sehenswürdigkeiten beinhalten können, so dass man auch hier sparen kann.

Leider erleben wir als nächstes eine böse Überraschung mit unserer Unterkunft, denn die ist nicht wirklich sauber. Oder jedenfalls nicht so richtig. Ich bin kein Putzteufel, aber wenn ich Essen von wem auch immer im Kühlschrank finde und H-Milch (!), die seit 4 Monaten abgelaufen ist, mache ich mir ehrlich gesagt so meine Gedanken. Auch das Geschirr ist noch schmutzig. Eklig. Ich könnte jetzt noch viel mehr über diese Wohnung schreiben, aber dafür ist mir meine Energie an dieser Stelle zu schade. Ich denke, die Message ist auch so klar: Nicht buchen!

Venedig vis-à-vis

Aber wir lassen uns den Aufenthalt nicht vermiesen. Es hilft ja auch nichts. Also lieber schnell los und raus an die frische Luft. Von der Insel Giudecca aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Hauptinseln der Lagune. Und schaut so direkt auf die Sestieri Dorsoduro und San Marco. Besonders die Kirchen Santa Maria del Rosario und Santa Maria della Salute stechen hervor. Vom östlichen Inselende sieht man bereits hinüber zum Markusplatz. Richtig malerisch wird die Sicht dann von der Insel San Giorgio. Sie liegt nur eine Fährstation vom Markusplatz entfernt und doch geht es hier ruhig und entspannt zu. Der hektische Trubel scheint weit entfernt zu sein. Gleichzeitig ist die Kulisse traumhaft. Es bietet sich ein schönes Panorama mit der Santa Maria della Salute, dem Campanile, dem Dogenpalast und auch die Kuppeln des Markusdoms sind noch zu sehen.

Mitten im Trubel

Natürlich zieht es auch uns zunächst zu einer der Hauptattraktionen Venedigs, der Piazza San Marco mit der prachtvollen Basilika di San Marco, dem Campanile und dem Dogenpalast. Ich glaube, dass es egal ist, wann man in Venedig ist, am Tag ist es hier immer voll, wobei ich finde, dass sich die Menschenmassen aufgrund des großen Platzes gut verteilen. Viele Menschen stehen eben für einen Besuch der Basilica di San Marco in der meterlangen Schlange. Einige trauen sich auch in eines der überteuerten Cafés, in denen man einen Espresso für 6,50 € genießen kann. Dazu kommt – sollte gerade Musik gespielt werden – ein Musikzuschlag von weiteren sechs Euro. Wieder andere bestaunen einfach die Häuserfassaden, flanieren in den Arkaden oder jagen den unzähligen Tauben nach.

Auch wenn wir heute auf eine Innenbesichtigung verzichten, sollte man sich die Zeit für ein bisschen Kultur zu nehmen. Der Markusdom ist berühmt für seine goldene Mosaike, die insgesamt eine der größten zusammenhängenden Mosaikflächen der Welt bilden. Dagegen wirkt der Campanile zwar recht trist, bietet dafür aber einen grandiosen Blick über Venedig.

Wir spazieren nun querfeldein zur Rialtobrücke ohne aber dem großen Menschenstrom zu folgen. Es lohnt sich, in ruhigere Seitengassen auszuweichen und Venedig von seiner anderen Seite zu erkunden. Dabei stößt man auf einsame Kanäle, winzige Gassen, charmante Plätze und interessante Geschäfte. Als ich vor einigen Jahren in Venedig war, habe ich mich tagelang fast nur durch die Stadt treiben lassen. Groß verlaufen kann man sich kaum.

Als wir die Rialtobrücke erreichen, bietet sich ein wundersamer Anblick. Die Brücke ist vollständig von einem Gerüst bedeckt und uns lächelt ein riesiges Werbeplakat entgegen. Wie wir nun erfahren, wird die Brücke bereits seit einem Jahr umfassend saniert und wird wohl erst 2017 wieder enthüllt. Nun gut, das muss auch mal sein. Zumal die Brücke täglich von Tausenden Menschen genutzt wird. Trotz der Baumaßnahmen ist hier jedoch eine Menge los. Wir entziehen uns rasch dem Gedränge und pausieren direkt auf dem Steinboden am Ufer des Canale Grande.

Oft gesehen, doch noch immer magisch

Unser nächstes Ziel ist die Ponte dell’Accademia, die weiter südlich über den Canale Grande führt. Die Holzbrücke selbst ist recht unscheinbar, jedoch lohnt die Aussicht. Meiner Meinung nach ist der Blick zur Santa Maria della Salute der schönste in ganz Venedig. Auch bei anderen Menschen scheint er ein beliebtes Fotomotiv zu sein. Ich bleibe bis in die Abendstunden auf der Brücke stehen, sehe wie die Lichter der Stadt angehen. Um mich wird es ruhiger. Auch Venedig kann leise Töne anschlagen. Ein krönender Tagesabschluss!

Hast auch du schon Venedig besucht und bist dem Zauber der Stadt verfallen? Welche Ecken hast du für dich entdecken können? Schreib mir doch eine Flaschenpost!

Destination & Anreise

Venedig gehört sicher zu den „Must Sees“ in Europa. Die Stadt, die auch „La Serenissima“ genannt wird, liegt auf mehreren Inseln in der Lagune von Venedig. Am meisten Spaß macht es, sich durch die vielen Gassen und an den kleinen Kanälen entlang treiben zu lassen. Dann findet man auch Ruhe vor den vielen anderen Touristen.

Von Deutschland aus erreicht man Venedig in weniger als zwei Stunden mit dem Flugzeug. Alternativ gibt es eine Bahnverbindung ab München

Unterkunft in Venedig

Ferienwohnung von Marta
⇒ Buchung bei Airbnb (30€-Gutschein für dich als Neukunde & Reiseguthaben für mich)
Calle Scuola in 30133 Venedig (Giudecca), Italien

 Lage ♥♥ —  Sauberkeit ♥♥♥ — Ausstattung & Service♥♥ — Preis ♥♥

Die Ferienwohnung liegt auf der Inselgruppe Guidecca relativ mittig zwischen den Fährstationen Palanca und Redentore. Auf Guidecca ist es insgesamt natürlich ruhiger und unspektakulärer als direkt an der Piazzsa San Marco. Dafür sind die Unterkünfte hier in der Regel auch preiswerter. Gleichzeitig befindet sich am westlichen Ende ein schickes Hilton-Hotel in einer ehemaligen Nudelfabrik. Die Lage ist also ganz in Ordnung.

Dennoch empfehle ich niemanden, diese Wohnung zu buchen. Auf den Bildern sah sie eigentlich ganz gut aus; hatte sogar eine kleine Terrasse mit Garten. Eine Oase nach einem anstrengenden Tag. Dachte ich. In Wahrheit war es insbesondere im Küchenbereich echt schmutzig. Und da hört der Spaß bei mir auf. Ich bin wirklich kein Hygiene-Fanatiker, aber das Innenleben des Kühlschranks hat mich so tief erschüttert, dass dieser Eindruck alles andere überschattet hat. Aber tatsächlich war auch der Rest nicht wirklich gut gepflegt. Wiederkommen? Nein!

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