Italien Venetien 2016

Vicenza – die Stadt des Palladio!

Um ehrlich zu sein, hatte ich zuvor nie etwas von der Stadt Vicenza gehört. Zu unrecht, wie es scheint. Denn Vicenza war eine wichtige Wirkstätte des Italieners Andrea Palladio. Und der wiederum gilt als bedeutendster Architekt der Renaissance in Oberitalien. Noch heute kann man einige seiner Palazzi und Villen bestaunen; sie haben es sogar in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste geschafft. Also schon irgendwie peinlich, dass mir die Stadt nichts sagt, oder? Andererseits mache ich mir in der Regel eben nicht wirklich viel aus Kunstkultur.

Ein Spaziergang durch Vicenzas Zentrum

Bevor wir uns nun durch die Gassen Vicenzas treiben lassen, statten wir dem Giardino Salvi, einem kleinen, recht schattigen Park direkt vor dem Stadttor, einen Besuch ab. Er lässt zwiegespaltene Gefühle bei mir zurück. Einerseits hat er Potential ein romantischer und verträumter Ort zu sein; andererseits wirkt er irgendwie lieblos, oll und dreckig. Ich kann mich nicht entscheiden. Vielleicht ist es auch der falsche Tag oder die falsche Zeit. Manche Orte scheinen ihre Magie nur zu bestimmten Augenblicken preiszugeben und sonst verborgen zu halten.

Wir jedenfalls durchschreiten nun das Stadttor und bummeln die Prachtstraße Vicenzas entlang, dem Corso Andrea Palladio. Links und rechts säumen sich die Geschäfte in mehr oder weniger pompösen Palazzi. Wir folgen dem Corso jedoch nicht bis an sein Ende – jedenfalls jetzt noch nicht – sondern biegen vorher nordwärts ab, um einen Abstecher in den etwas außerhalb des Zentrums gelegnen Parco Querini zu machen. Und passenderweise stoßen wir da zu Ostern auf einige hoppelnde Häschen. Wie süß. Allerdings halten die nicht viel von meinen Versuchen gestreichelt zu werden. So scheitere ich kläglich. War ja klar. Das Zentrum des Parks bildet übrigens ein kleiner Tempel auf einer Mini-Insel, die man allerdings leider nicht betreten darf. Dafür gibt es von der Brücke aus viel für Groß und Klein zu entdecken: Hasen auf der Insel, Fische und Schildkröten im Teich.

Zurück in der Altstadt kommen wir zum Teatro Olimpico, auf dessen Besuch wir allerdings verzichten, da mich die Informationsseite des Museums jetzt nicht so richtig überzeugt hat. Ich denke, dass Kunstliebhaber es aber nicht verpassen sollten. Denn natürlich ist auch dieses Gebäude von Andrea Palladio entworfen worden. Außerdem ist es das erste freistehende autonome Theatergebäude, das seit dem Ende der Antike in Europa errwichtet wurde.

Stattdessen machen wir uns auf die Suche nach der Pizzeria Punto e Virgola (Contra Porta Nova 31, Pizzen 5-8€) und essen überpünktlich – typisch deutsch? – eine leckere Pizza. Sicher kein kulinarisches Highlight der Reise, aber durchaus gut. Bedient werden wir von einem fröhlichen Kellner, der auch zu kleinen Späßen aufgelegt ist. Ich probiere hier zum ersten Mal eine Calzone und muss schon sagen: Schmeckt und macht Sinn. In Zukunft gerne mehr davon!

Manchmal, da geht es eben nicht so wie man will

Leider habe ich dann einen Migräneanfall und so kommen wir nicht mehr so richtig vorwärts und verkürzen unsere Tour. Eigentlich wollte ich heute nämlich noch nach Padua fahren. Das fällt nun aus. Nicht entgehen lassen wir uns allerdings eine Umrundung der Basilica Palladiana. Obwohl das Gebäude eigentlich recht eckig und klobig ist, wirkt es dennoch harmonisch und unaufdringlich. Dieser Eindruck entsteht sicher durch die wunderschönen Säulen und großen Arkadenbögen, durch die auch wir gerne flanieren. Dabei lassen wir auch unsren Blick über die Piazza delle Erbe schweifen. Dort findet gerade ein (französischer) Markt statt, der irgendwie origineller und ursprünglicher wirkt als der Markt in Verona. Schade, dass mir nicht so richtig zum Stöbern zu Mute ist. Auf dem Rückweg zum Bahnhof entdecken wir eine kindergroße Osterei-Skulptur. Und als hätten wir es uns nicht denken können, ist natürlich auch diese dem bedeutendsten Architekten der Stadt gewidmet: Andrea  Palladio.

Zurück in Verona kuriere ich mich vollends aus und habe Glück, dass es mir abends schon wieder besser geht. Und wie kann man einen Tag in Verona ausklingen lassen? Richtig, mit der besten Pizza der Stadt von der Pizzeria da Salvatore (Piazza San Tomaso 6, tgl. außer Mo 12.30-14.30 sowie ab 19 Uhr geöffnet; Pizzen 7-9 €),  über die ich bereits in diesem Beitrag berichtet habe.

Warst du schon einmal am Vicenza? Hast du das Theater oder andere Bauwerke von Palladio besichtigt? Welches hat dir am Besten gefallen? Schreib mir doch eine Flaschenpost!


Destination & Anreise

Vicenza ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden Italiens und gehört zur Region Venetien. Bekanntheit erlangte Vicenza unter anderem durch die Renaissance-Villen, die der Architekt Andrea Palladio im 16. Jahrhundert schuf und die gemeinsam mit der Altstadt seit den 90ern Teil des Weltkulturerbes sind.

Außerdem befinden sich in und rund um Vicenza viele wichtige Industriestandorte, vor allem der Textilindustrie. Beispielsweise hat das Luxuslabel Bottega hier seinen Sitz.

Von Verona aus erreicht man Vicenza mit dem Zug in etwa einer halben Stunde. Wer möchte, kann anschließend nach Padua oder Venedig weiterfahren.

Unterkunft in Verona

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Via Timavo in 37129 Verona, Italien

 Lage ♥♥ —  Sauberkeit ♥♥♥ — Ausstattung & Service ♥♥♥ — Preis ♥♥♥

Dieses kleine Idyll eignet sich perfekt für einen Städtetrip alleine, zu zweit oder mit einem Kind auch zu dritt. Alles lief so, wie man es sich nur wünschen kann. Die Vermieterin hat im Vorfeld zügig und freundlich alle meine Fragen beantwortet. Und auch der Check-In klappte reibungslos. Als besonderes Extra wurden wir mit dem Auto vom Bahnhof abgeholt. Das war mit schwerem Gepäck eine Wohltat.

Die Wohnung erwies sich als gemütlich und wir fühlten uns wohl. Die Ausstattung war wie beschrieben, funktionierte und befand sich in einem sauberen Zustand. Besonders putzig sind die Katzen, die vor dem Haus oder im Hausflur herumlungern und sich teilweise auch streicheln lassen. Die Lage im Erdgeschoss war für mich anfangs komisch. Dadurch, dass es eine Seitenstraße ist und die Fenster Gitter haben, habe ich mich aber sehr sicher gefühlt.

Der einzige Nachteil der Wohnung ist eventuell ihre Lage, da sie sich nicht direkt im touristischen Zentrum Veronas befindet. Allerdings erfordert es nur einen kleinen Spaziergang über die Etsch und schon ist man in fünf bis zehn Minuten bei der Arena. Zudem befinden sich auf nahe gelegenen Via Venti Settembre genügend kleine Geschäfte sowie in etwa zehn Minuten Entfernung ein größerer Supermarkt. Für den kulinarischen Höchstgenuss empfehle ich einen kleinen Abendspaziergang zur Piazza San Tomaso zu unternehmen. Da kann man nämlich bei Salvatore richtig lecker Pizza schlemmen. Und zum Nachtisch gibt es um die Ecke bei Ballini gleich noch ein tolles Eis!

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